Schuld sind meine Freundinnen. Und zu viele „besondere Bekanntschaften“.
Ich wollte eigentlich nie Romane schreiben. Was mich letztendlich dazu gebracht hat, waren zwei Freundinnen, ein Haufen schlechter Dates und ein Buch von Thees Uhlmann.
Ich wollte eigentlich nie Romane schreiben. Was mich letztendlich dazu gebracht hat, waren zwei Freundinnen, ein Haufen schlechter Dates und ein Buch von Thees Uhlmann.
Irgendwo zwischen dem dritten Kapitel und dem letzten Lektorat ist etwas passiert, das ich nicht geplant hatte. Wenn man über das eigene Liebesleben schreibt, über Situationen, die man vor Jahren erlebt hat, kommt man nicht drum herum, sich selbst anzuschauen. Beim Schreiben merkte ich, dass manches davon noch nicht so weit weg war, wie ich … Read more
Das ist eine Frage, auf die ich keine vernünftige Antwort hatte, bevor ich sie selbst durchgemacht habe: Wann weiß man, dass man fertig ist? Wann ist eine Geschichte zu Ende? Manfred Mi Amor ist ein dreiteiliger Roman. Das war nie so geplant. Ich hatte Teil 1 geschrieben und das Gefühl, dass die Geschichte noch nicht … Read more
Ich sollte zugeben, dass mir Buchmarketing-Ideen schneller kommen als Schreibideen. Das ist keine Übertreibung. Ich bin seit über zwanzig Jahren im Online-Marketing, ich denke in Zielgruppen, Kanälen, Botschaften. Das Problem ist nicht, dass mir die Ideen fehlen – das Problem ist die Selektion. Was ich mache und was ich lasse Was ich nicht machen werde: … Read more
Es gibt einen Moment, in dem ein Manuskript aufhört, ein Manuskript zu sein – wenn man weiß: Das erscheint. Das wird gedruckt. Das liegt irgendwann in Buchhandlungen und wird von Menschen gelesen, die ich nicht kenne. Mit diesem Wissen hat sich für mich etwas verändert. Nicht dramatisch, nicht über Nacht, aber spürbar. Das Erste, was … Read more
Irgendwie hatte ich damit gerechnet, dass es eine E-Mail sein würde. Ein Vertragsentwurf, irgendetwas Schriftliches. Stattdessen: ein Anruf. Eine Stimme, die sagte: „Wir wollen das machen. Wir schicken dir den Vertrag.” Ich habe ein paar Rückfragen gestellt – banale Dinge, Freiexemplare, Filmrechte, solche Sachen. Was ich weiß: Ich war perplex. In einer guten Art perplex, … Read more
Self-Publishing stand auf meiner Liste. Weit oben sogar, als die Verlagsabsagen sich häuften und ich anfing, realistisch zu werden. Ich kenne die Welt des Online-Marketings gut genug, um zu wissen, dass man ein Buch auch ohne Verlag sichtbar machen kann – es wäre also keine Notlösung aus Verzweiflung gewesen, sondern eine echte Option. Und trotzdem … Read more
Das ist die Sache mit dem Schreiben über das eigene Leben: Man möchte, dass es Leute lesen. Nur nicht unbedingt alle – und schon gar nicht die, die einen am längsten kennen. Am Anfang wussten es nur zwei Menschen: die beiden Freundinnen, die mich überhaupt erst auf die Idee gebracht hatten. Als ich die ersten … Read more
Wenn man gerade einen Roman liest, in dem jeder Satz sitzt, macht man sich klein. Das passiert unwillkürlich. Ich habe während des Schreibens viel gelesen – und mich dabei regelmäßig gefragt, was mich eigentlich glauben lässt, dass ich das auch kann. Was mich dann weitergebracht hat, waren ausgerechnet zwei Bücher: Thees Uhlmann, in dem der … Read more
Ich habe kein System. Das ist vielleicht das Ehrlichste, was ich über meinen Schreibprozess sagen kann. Was ich habe, ist ein Notizbuch mit grob drei Schichten: erst ein paar Zeilen zu einer Idee, die ich noch nicht zu Ende gedacht hatte, dann ein Versuch, daraus Struktur zu machen – Figuren, mögliche Szenen, eine ungefähre Richtung … Read more
Ich lebe seit über zwanzig Jahren in St. Pauli. Ich kenne die Stammgäste in den Kneipen, die Abkürzungen durch die Hinterhöfe, die Abende, die um elf Uhr anfangen und sich irgendwie in den frühen Morgen ziehen. Ich kenne Park Fiction und den Bunker und die Schifffahrten auf der Elbe, bei denen man zwischen Touristinnen sitzt … Read more
Der erste Teil von Manfred Mi Amor ist größtenteils wahr. Das sage ich offen, weil es ohnehin auffällt – und weil es ehrlicher ist als das übliche Herumdrucksen mit „angelehnt an reale Ereignisse”. Manche Situationen habe ich zusammengeführt, manche Details verändert, manche Figuren verfremdet. Aber der Kern ist echt. Was ich nicht eingeplant hatte: dass … Read more
Beide. Das ist die ehrliche Antwort auf die Frage, ob ich Manfred bin oder der Ich-Erzähler. Beide – aber keiner vollständig. Der Ich-Erzähler ist der Planer. Der Analytiker, der alles kontrollieren will, der Bauchgefühlen misstraut, weil er ihnen schon zu oft gefolgt ist und sich dabei blamiert hat. Der Bedenkenträger, der eine Situation lieber zweimal … Read more
Die Verlagssuche ist selten ein gerader Weg. Meiner war lang, hatte einige absurde Abzweigungen, und endete damit, dass die Frau meines Verlegers mein Manuskript im Urlaub gelesen hat.
Humor war von Anfang an klar. Nicht als Stilmittel, sondern weil die Geschichten es so verlangten. Warum Abstand Komik erzeugt, und was das Schreiben dabei über einen selbst verrät.
18 Monate, keine feste Routine, und geschrieben überall wo es passte. In einer Hängematte in Kolumbien, im Café, im Park. Wie ein Roman entsteht, wenn man ihn einfach laufen lässt.