Ich sollte zugeben, dass mir Buchmarketing-Ideen schneller kommen als Schreibideen. Das ist keine Übertreibung. Ich bin seit über zwanzig Jahren im Online-Marketing, ich denke in Zielgruppen, Kanälen, Botschaften. Das Problem ist nicht, dass mir die Ideen fehlen – das Problem ist die Selektion.
Was ich mache und was ich lasse
Was ich nicht machen werde: jeden Tag auf Social Media über das Buch posten. Es würde schnell ermüdend wirken – für mich und für alle, die es sehen. Dauerhafte Selbstvermarktung funktioniert nur, wenn man bereit ist, sehr viel von sich preiszugeben, und auch dann hat sie ein Verfallsdatum.
Was ich mache: Lesungen. Wenn es geht, an Originalschauplätzen. Die meisten Orte im Buch gibt es wirklich – das schafft eine Verbindung zwischen Text und Ort, die ich für klug halte. Dazu habe ich eine E-Mail-Liste aufgebaut: Menschen, die sich vorab angemeldet haben und informiert werden wollen, wenn das Buch erscheint. Eine direktere Verbindung als Social Media, keine Algorithmen dazwischen.
Es wird ein paar Guerilla-Aktionen geben. Was genau, sage ich noch nicht. Aber wenn man ein Buch mit einer bestimmten Energie schreibt, sollte das Marketing dieselbe Energie haben – etwas Unerwartetes, etwas, das man nicht sofort als klassische Werbung erkennt.
Und dann ist da dieser Blog – der, wenn ich ehrlich bin, auch Teil des Marketings ist. Kein Hochglanz-Marketing, kein “Kauft mein Buch”-Marketing, sondern der Versuch, Menschen eine Verbindung zu diesem Projekt herzustellen, bevor sie das Buch überhaupt in den Händen halten. Wer hier mitgelesen hat, kennt mich ein bisschen, kennt die Geschichte hinter dem Buch – und ist vielleicht neugieriger darauf, als wenn er es einfach irgendwo gesehen hätte. Kaufen dürft ihr Manfred Mi Amor natürlich trotzdem 😉
Reaktionen und Erwartungen
Einen Versuch war es wert: Ich hatte auf Reddit in ein paar Schreib-Communities über das Projekt informiert. Die Reaktion war eindeutig. Als SEO-Mensch könne ich ja nur Linkspam betreiben wollen, und das Buch gäbe es bestimmt gar nicht.
Was meine Erwartungen angeht: Ich denke nicht in Verkaufszahlen. Was ich will, ist, dass die Menschen, die das Buch lesen, eine gute Zeit damit haben. Dass es sie zum Lachen bringt. Dass sie es weitergeben. Wenn das passiert, auch wenn es nicht viele sind – das ist der Maßstab.
