Wie ich fast aufgegeben hätte – und wie die Regierung meinen Verleger zu mir führte

Bevor ich anfange: Ja, es gibt viele Absagen. Das ist keine Besonderheit meiner Geschichte, das ist einfach, wie die Verlagssuche funktioniert. Was ich nicht ganz vorhergesehen hatte, waren die anderen Dinge. Die, über die man hinterher entweder lacht oder den Kopf schüttelt. Manchmal beides gleichzeitig.

Die Absagen

Ich bin die Suche strukturiert angegangen: große Liste gebaut, Verlage recherchiert – online, aber auch in Buchhandlungen –, dann selektiv angeschrieben mit Aufwand. Leseproben, Exposé, Lebenslauf, alles sorgfältig zusammengestellt. Was dann kam, war eine Mischung aus Ignoranz, Standardfloskeln und Dingen, die man irgendwann einfach abhakt. Manche Verlage haben gar nicht reagiert. Andere haben Standard-Absagen geschickt, so schnell, dass man sich wirklich gefragt hat, ob da jemand draufgeschaut hat. Eine Absage hat mich besonders beschäftigt: zu männliche Perspektive, ihre Leserinnen wollten weibliche Protagonistinnen. Was ich dachte: Genau das ist doch der Punkt. Eine männliche Innenperspektive aufs Thema Liebe – das ist doch gerade für Frauen interessant. Aber gut.

Dann gab es noch eine andere Kategorie, die ich nicht auf dem Radar hatte: Verlage, die sich sofort meldeten, enthusiastisch klangen, und dann sehr zügig eine große Vorkasse haben wollten. Mit dem Wunsch, ein Buch zu veröffentlichen, lässt sich offensichtlich ein gutes Geschäft machen. Ich habe das nach ein paar Erfahrungen gelernt zu erkennen, aber schön ist es trotzdem nicht.

PM Lakeman Verlag – Autorenseite Gero Wenderholm

PM Lakeman

Irgendwann war PM Lakeman auf meiner Liste. Ich hatte alles hingeschickt und dann lange nichts gehört – das hatte ich eigentlich abgehakt. Was dann passierte, habe ich erst im Nachhinein erfahren: Der Verleger war im Urlaub, und seine Frau hatte mein Manuskript dabei. Sie hat es gelesen, sich sehr amüsiert, und ihren Mann davon überzeugt, das unbedingt zu machen. Das ist bis heute eine meiner liebsten Geschichten aus dem ganzen Prozess: dass das Buch seinen Weg zum Verleger gefunden hat, weil eine Frau in der Zielgruppe es auf Reisen gelesen und gelacht hat. Passender geht es kaum.

Was dann den Ausschlag für meine Entscheidung gegeben hat: Es hat von Anfang an menschlich gepasst. Jemand, der genauso daran glaubt. Der meinen Ton nicht glattbügeln will, meine Sprache nicht korrigiert, meine Wortspiele drin lässt. Als das klar war, habe ich nicht lange überlegt. Ich bereue es keine Sekunde.

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