Self-Publishing stand auf meiner Liste. Weit oben sogar, als die Verlagsabsagen sich häuften und ich anfing, realistisch zu werden. Ich kenne die Welt des Online-Marketings gut genug, um zu wissen, dass man ein Buch auch ohne Verlag sichtbar machen kann – es wäre also keine Notlösung aus Verzweiflung gewesen, sondern eine echte Option. Und trotzdem wollte ich es nicht.
Der entscheidende Punkt war das Lektorat. Nicht das professionelle Korrekturlesen, das man für Geld kaufen kann, sondern das Lektorat von jemandem, der wirklich dahintersteht. Jemand, der sein eigenes Geld, seinen Namen und seine Energie in das Projekt steckt, hat ein anderes Interesse daran, dass es gut wird. Dazu kamen die praktischen Dinge: ISBN-Nummern, Buchhandelsvertrieb, Vertragsrecht, E-Book-Formatierung, der Weg in den stationären Buchhandel. Dinge, mit denen ich mich nicht befassen wollte – nicht weil ich es nicht könnte, sondern weil ich meine Energie lieber in das Buch selbst gesteckt habe.
Und dann ist da noch etwas, das schwer zu benennen ist: die Legitimation. Wenn jemand anderes sagt, dieses Buch ist es wert, veröffentlicht zu werden – und dafür mit seinem Namen einsteht –, dann ist das etwas anderes, als wenn man es selbst entscheidet. Ich weiß, dass das eine alte Unterscheidung ist. Aber für mich hatte sie Gewicht.
Geld war nie der Maßstab. Ich habe dieses Buch nicht geschrieben, um damit reich zu werden, sondern weil ich eine Geschichte erzählen wollte. Wenn man davon ausgeht, verschieben sich die Prioritäten. Self-Publishing wäre finanziell vielleicht lukrativer gewesen – aber darum ging es nicht.
Wer Self-Publishing ernsthaft als Option prüfen möchte, findet bei der Selfpublishing-Akademie fundiertes Handwerkszeug – von der Buchproduktion bis zum Vertrieb.
Mit PM Lakeman hat es dann gepasst. Kleiner Verlag, klare Kommunikation, ein Verleger, der das Buch wirklich mag und meine Sprache nicht glätten will. Das war Plan A, auf den ich gewartet hatte. Plan B liegt noch immer in der Schublade – für den Fall, dass es irgendwann wieder einen Roman gibt und die Situation eine andere ist. Man weiß nie.
