Schuld sind meine Freundinnen. Und zu viele „besondere Bekanntschaften“.

Ich wollte eigentlich nie Romane schreiben. Das ist kein falscher Bescheidenheitsreflex, das ist einfach die Wahrheit. Fachbuch-Anfragen habe ich abgelehnt, ein paar eBook-Projekte angefangen und versanden lassen. Was mich letztendlich doch dazu gebracht hat, war keine plötzliche Berufung. Es waren meine Freundinnen. Und die Geschichten.

Ich war mit zwei Freundinnen auf einer langen Autofahrt und habe angefangen zu erzählen – von meiner damaligen Liebessituation, von kuriosen Begegnungen, von Dates, die so gelaufen sind, wie Dates manchmal eben laufen: merkwürdig, unverhofft, im Nachhinein kaum zu glauben. Meine Freundinnen haben sich köstlich amüsiert, und dann sagte eine von ihnen, halb im Spaß: „Das musst du mal aufschreiben.” Ich habe das innerlich weggewinkt – was soll ich damit, zusammenhanglose Anekdoten, die kein Mensch interessieren. Irgendwie blieb es aber hängen.

Leserfeedback

Den eigentlichen Rahmen hatte ich ein paar Monate später, in einem Urlaub in Dänemark. Ich hatte Thees Uhlmanns „Sophia, der Tod und ich” dabei und fand das Setup so gelungen: ein Protagonist, der sich mit dem Tod unterhalten kann, der ihn befragen und ihm widersprechen kann. Was wäre, wenn man das mit seinem persönlichen Amor machen könnte? Dem Typen, der dafür zuständig sein soll, dass man die Richtige trifft, und der seinen Job offensichtlich bescheiden macht.

Und da sah ich plötzlich, wie die Geschichten von der Autofahrt da reinpassen. Nicht als lose Anekdoten, sondern als Verhandlungsgegenstand. Der Ich-Erzähler, der seinem Amor vorhält, was alles schiefgelaufen ist. Der Amor, der natürlich eine eigene Version der Ereignisse hat. Und dazwischen: die Situationen als Szenen, als Handlung. Das ergab auf einmal Sinn als Ganzes.

Ich habe die Idee in ein Notizbuch gekritzelt und dann erst mal liegen lassen. Ein gutes Stück später bin ich wieder drangegangen, habe zehn Kapitel als Prototyp geschrieben – einfach um zu prüfen, ob das überhaupt funktioniert – und sie genau den beiden Freundinnen gezeigt. Das Feedback war keine höfliche Aufmunterung, sondern echte Begeisterung und die Frage: Was passiert als nächstes? Da war klar: Ich schreibe das fertig.

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