Die Orte in Manfred Mi Amor

Gero Wenderholm am Hamburger Hafen an der Elbe, St. Pauli

Manfred Mi Amor spielt nicht in einer erfundenen Stadt. Der Roman spielt in Hamburg, und sein Zentrum ist St. Pauli. Fast alles passiert an Orten, die es wirklich gibt. Wer hier lebt, wird sie beim Lesen sofort erkennen. Wer nicht, kann sie alle besuchen. Der Roman spielt unter anderem an diesen Orten.

St. Pauli

Der zentrale Ort des Romans, eigentlich sein heimlicher Hauptdarsteller. Hier treffen Dinge aufeinander, die anderswo getrennt wären: Kneipe und Hochkultur, Reeperbahn und Künstleratelier, Touristen und Menschen, die seit dreißig Jahren dieselbe Theke belegen. Ich lebe seit über zwanzig Jahren hier, und der Erzähler tut es auch.

Park Fiction

Der Park mit den künstlichen Palmen über dem Hafen. Kein Stadtplaner hat ihn sich ausgedacht, die Nachbarschaft hat ihn sich erkämpft. Diese Geschichte steckt auch im Buch. Und noch etwas beginnt hier: ein Spaziergang, aus dem eine aufregende Liaison wird. Mehr verrate ich nicht.

Der Bunker an der Feldstraße

Ein Weltkriegsbunker, auf dem heute Konzerte stattfinden und ein Garten wächst. Einer der Orte, an denen St. Pauli seine Geschichte nicht versteckt, sondern einfach weiterbenutzt. Im Buch ist der Bunker Schauplatz einer, sagen wir, frivolen Episode.

Die Elbe und der Hafen

Es gibt eine Schifffahrt im Buch. Mehr verrate ich nicht, nur so viel: Die Szene funktioniert nirgendwo sonst. Man sitzt zwischen Touristen und hat trotzdem das Gefühl, der Fluss gehört einem.

Die „Ostsee“

Die Stammkneipe des Erzählers. Im Buch heißt sie „Ostsee“, und wer sich in St. Pauli auskennt, erkennt vielleicht das Vorbild: Pate stand der Otzentreff. Tresen, Stammgäste, Geschichten. Mehr braucht eine gute Kneipe nicht, und mehr braucht auch der Roman nicht.

Der Hamburger Berg und die Kneipen

Die Straße, in der die Abende um elf anfangen und sich in den frühen Morgen ziehen. Wenn im Buch jemand jemanden kennenlernt, stehen die Chancen gut, dass eine Kneipe in der Nähe ist. In St. Pauli lernt man Menschen nun mal nicht beim Einkaufen kennen. Oder doch, aber das ist eine andere Geschichte.

Das Karoviertel

Wenn der Erzähler neue Klamotten braucht, geht er nicht in die Innenstadt, sondern ins Karoviertel. Kleine Läden statt Kaufhaus. Man kommt mit einer Tüte nach Hause und weiß wieder, warum man in dieser Stadt wohnt.

Der Wohlerspark

Ein alter Friedhof, der heute Park ist, und genau so fühlt er sich an: ruhig, grün, ein bisschen aus der Zeit gefallen. Wenn der Erzähler einfach mal chillen will, liegt er hier im Gras.

Planten un Blomen

Zum Spazieren, direkt vor der Haustür. Und dann ist da noch die Eisbahn: Dort spielt eine der kuriosesten Szenen des Buchs, mit unerwarteter tierischer Beteiligung. Mehr wird nicht verraten.

Die Schanze

Zum Kaffeetrinken geht es in die Schanze. Nicht zufällig ist dort auch ein Teil des Buchs entstanden: Viele Seiten habe ich im Elbgold geschrieben, mit Blick auf den Tresen und die Leute.

Der Stadtpark

Und wenn gelaufen wird, dann hier. Der Stadtpark ist die grüne Runde der Stadt, und auch der Erzähler dreht sie, mal mit klarem Kopf, mal um einen zu bekommen.

Warum das alles zählt

Ich lebe seit über zwanzig Jahren hier. Beim Schreiben musste ich nicht überlegen, wie sich diese Orte anfühlen, ich weiß es. Wer das Buch gelesen hat und die Wege nachgehen will: Alles liegt nah beieinander, ein Nachmittag reicht. Und vielleicht lese ich später sogar an dem einen oder anderen Originalschauplatz. Mal sehen.

Mehr dazu, warum der Roman nur hier spielen konnte, steht im Blog. Und worum es im Buch überhaupt geht, steht hier: Das Buch.