Rund vier Jahre habe ich an „Manfred mi Amor“ geschrieben, mit langen Pausen, mit Zweifeln, mit Absagen, mit einem Anruf, auf den ich lange gewartet habe. Und jetzt steht auf einmal ein Datum im Kalender, das nicht mehr verschoben wird: 22. Oktober 2026. In fünf Wochen halte ich das Buch in den Händen. Ich schreibe diesen Satz und merke, dass ich ihn immer noch nicht ganz glaube.
Es passiert gerade so viel gleichzeitig, dass ich es hier einfach einmal aufschreiben muss. Nicht sortiert nach Wichtigkeit, sondern so, wie es bei mir ankommt.
Das Endlektorat
Das Manuskript geht in die letzte Runde. Endlektorat heißt: Danach wird nichts mehr umgestellt, kein Kapitel wandert, keine Figur bekommt noch einen anderen Namen. Es geht um Kommas, Wiederholungen, den einen Satz, der beim dritten Lesen immer noch holpert. Ich habe den Text so oft gelesen, dass ich manche Absätze auswendig kann, und trotzdem finde ich jedes Mal etwas. Irgendwann muss man loslassen. Das ist offenbar der Moment, in dem man versteht, was Loslassen wirklich bedeutet.
Das Cover ist draußen
Seit ein paar Tagen ist das Cover offiziell. Peter Hildebrandt vom PMLakeman-Verlag hat es gestaltet, und ich hatte es lange vorher schon auf dem Rechner, habe es mir angeschaut wie ein Foto von jemandem, den man noch nicht kennt. Jetzt sehen es andere. Das verändert etwas. Vorher war das Buch eine Datei. Jetzt hat es ein Gesicht.
Erste Vorbestellungen
Ja, es gibt sie. Menschen, die ich zum Teil kenne und zum Teil nicht, haben Geld für ein Buch ausgegeben, das noch gar nicht existiert. Ich weiß nicht genau, wie ich das einordnen soll. Dankbar trifft es ungefähr, aber es ist auch eine Verpflichtung. Diese Leute erwarten jetzt etwas. Wer vorbestellen möchte: beim Verlag oder bei Amazon, alle Infos auf der Buchseite.
Die Liste
Ich führe inzwischen eine Liste. Eine echte Liste, in einer Tabelle, mit Namen. Darauf stehen Leute, die ein signiertes Exemplar haben wollen. Als der erste danach gefragt hat, habe ich gelacht. Beim fünften habe ich die Tabelle angelegt. Ich habe noch nie etwas signiert, das nicht eine Unterschrift unter einem Vertrag war. Ich übe gerade, wie meine Unterschrift aussehen soll, wenn sie auf einer Buchseite steht. Das ist albern. Ich mache es trotzdem.
Instagram, BookTok und die Frage, wer ich da bin
Meine Posting-Frequenz steigt. Auf Instagram, auf BookTok. Ich bin beruflich lange genug im Onlinemarketing, um zu wissen, wie das funktioniert, und es ist trotzdem etwas ganz anderes, wenn das Produkt man selbst ist. Beziehungsweise Manfred. Beziehungsweise wir beide. Ich lerne gerade, vor der Kamera über ein Buch zu sprechen, das ich geschrieben habe, ohne dabei zu klingen, als würde ich ein Buch verkaufen wollen. Was ich natürlich will.
Autorenkonten, überall
Amazon hat jetzt eine Autorenseite von mir, LovelyBooks auch. Das ist unspektakuläre Verwaltungsarbeit: Foto hochladen, Bio einfügen, Buch verknüpfen, warten, bis irgendjemand bei irgendeinem Dienst das freischaltet. Aber es fühlt sich an wie ein Eintrag in ein Register. Irgendwo steht jetzt offiziell: Autor.
Eine Playlist
Das Buch hat 61 Kapitel. Und zu jedem Kapitel gibt es jetzt ein Lied: eine Playlist auf Spotify mit 61 Songs, Kapitel für Kapitel ausgewählt. Manche passen zur Stimmung, manche zum Ort, manche zu dem, was Manfred gerade anstellt. Wer beim Lesen den passenden Ton im Ohr haben will: bitte sehr.
Die offenen Fragen
Wo soll die Releaseparty stattfinden? Wo die ersten Lesungen? Ich habe Ideen, ich habe Kneipen im Kopf, ich habe Leute gefragt. Entschieden ist nichts. Wer einen Ort kennt, an dem ein Dating-Roman aus St. Pauli zu Hause wäre: Ich freue mich über jeden Hinweis, per Mail oder in den Kommentaren.
Und wie fühlt sich das an?
Aufregend. Und gleichzeitig beängstigend. Beides gleich stark, manchmal in derselben Minute. Ich habe ja eigentlich einen richtigen Job, mit Kunden, Terminen und Dingen, die erledigt werden müssen. Ich sitze in Meetings und nicke, und der Kopf ist bei Manfred. Bei der Frage, wer das Buch lesen wird, was die Leute sagen werden, ob sie lachen oder sich wundern oder gar nichts sagen. Vier Jahre lang war das Buch ein Projekt, an dem ich still arbeiten konnte, ohne dass jemand zugeschaut hat. Am 22. Oktober ist Schluss damit. Dann liegt es da, mit meinem Namen drauf, und ich kann nichts mehr ändern.
Ich glaube, genau so soll es sich anfühlen.

